Die Mauser bei Tauben: richtig füttern und unterstützen

Nach der Reisesaison baut die Taube ihr komplettes Gefieder neu auf – eine der körperlich anspruchsvollsten Phasen des Jahres. Wann die Mauser läuft, warum jetzt Eiweiß und Schwefel zählen, welche Rolle Baden und Ruhe spielen und welche Fehler das Gefieder des kommenden Jahres kosten.


Af Eurital Team
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Eurital Schwefelblüte als traditionelle Mauserunterstützung für Tauben

Wenn die Reisesaison vorbei ist, beginnt für die Taube die Arbeit, die über das nächste Jahr entscheidet: Sie erneuert ihr komplettes Gefieder. Was im Schlag nach Ruhephase aussieht, ist körperlich eine der anstrengendsten Zeiten des Jahres – und die Qualität der Federn, die jetzt wachsen, trägt die Tiere durch die gesamte kommende Saison. Wer in der Mauser spart, fliegt im Folgejahr mit schlechtem Material.

Wann mausern Tauben?

Die Hauptmauser läuft ungefähr von Juli bis November, mit dem Schwerpunkt in den Monaten August bis Oktober. Ausgelöst wird sie vor allem durch die abnehmende Tageslänge, beeinflusst wird sie zusätzlich von Alter, Zuchteinsatz und Kondition. Alttiere, die lange in der Zucht standen, geraten oft später in die Mauser – sie können dann in die kalte Jahreszeit hineingeraten, was ungünstig ist.

Der Federwechsel folgt einer festen Ordnung. Die Handschwingen werden von innen nach außen gewechselt, eine nach der anderen – daran lässt sich der Stand der Mauser gut ablesen. Parallel erneuert sich das Kleingefieder, zum Ende hin fallen die letzten äußeren Handschwingen und die Schwanzfedern. Weil die Federn versetzt nachwachsen, bleibt das Tier flugfähig; ein Bestand, der überall gleichzeitig Federn verliert, ist ein Warnsignal.

Warum die Mauser so viel Substanz kostet

Federn bestehen zum größten Teil aus Keratin – einem Struktureiweiß. Und Keratin ist auf zwei Bausteine besonders angewiesen: die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystin. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Futter, das die Taube durch die Mauser trägt, und einem, das nur den Bauch füllt.

Gleichzeitig steigt der Energiebedarf, und das Immunsystem arbeitet auf Sparflamme. Deshalb fällt in die Mauserzeit auch die Phase, in der latente Belastungen häufig sichtbar werden – etwa Trichomonaden oder Atemwegsprobleme. Ein Gesundheitscheck vor Mauserbeginn ist deshalb gut investierte Zeit.

Fütterung in der Mauser

Die Umstellung von Reise- auf Mauserfütterung folgt einem einfachen Prinzip: weniger schnelle Energie, mehr Bausubstanz.

  • Eiweiß anheben: Hülsenfrüchte wie Erbsen, Wicken und Bohnen liefern das Protein für den Federaufbau. Der Maisanteil darf im Gegenzug zurückgehen – Mais liefert Energie, aber wenig von dem, was jetzt gebraucht wird. Gezielt aufstocken lässt sich der Eiweißanteil mit Eurital Protein Gold.
  • Ölsaaten einsetzen: Leinsamen, Hanf, Raps und Negersaat bringen ungesättigte Fettsäuren, die Gefiederstruktur und Glanz unterstützen. Sie sind der klassische Mauserzusatz – in Maßen, nicht als Hauptfutter. Eine Auswahl finden Sie unter Ölsaaten; ein Klassiker im Federwechsel ist Mariendistelsaat.
  • Mineralstoffe und Grit frei anbieten: Der Bedarf steigt deutlich. Grit, Taubenstein und Mineralmischungen gehören jetzt dauerhaft und sauber vorgelegt in den Schlag – siehe Mineralien & Spurenelemente, etwa Eurital Vital Grit.
  • Fertige Mausermischungen nehmen die Rechnerei ab: Sie sind auf genau dieses Verhältnis abgestimmt. Unser Sortiment dazu: Mauserhilfen.

Die klassischen Mauser-Ergänzungen

Im Taubensport haben sich über Generationen einige Zusätze etabliert, die alle auf dasselbe Ziel zielen – die Versorgung mit Schwefel, B-Vitaminen und Aminosäuren:

Alles auf einmal: Wer die Bausteine nicht einzeln zusammenstellen möchte, findet sie gebündelt im Eurital Mauser-Paket – Protein-Ergänzung, Multivitamin, Mariendistelsaat und die 16-Kräuter-Mischung in einem Paket, rund 13 % günstiger als der Einzelkauf.

Rechtlicher Hinweis: Ergänzungsfuttermittel dienen der Nährstoffversorgung und der Unterstützung des Stoffwechsels. Sie sind keine Arzneimittel und ersetzen bei Krankheitszeichen keine tierärztliche Behandlung.

Baden: die unterschätzte Maßnahme

Nichts unterstützt die Gefiederpflege so unmittelbar wie ein Bad. Wasser löst Staub und Federstaub, weicht die Federscheiden der nachwachsenden Federn auf und regt die Tauben zur intensiven Gefiederpflege an. In der Mauser sollten Sie ein bis zwei Bademöglichkeiten pro Woche anbieten – flach, sauber, am Vormittag, damit das Gefieder bis zum Abend trocknet. Das Badewasser danach entfernen, nicht stehen lassen. Als Zusatz fürs Badewasser eignet sich Eurital Badesalz.

Ruhe, Licht und Hygiene

  • Ruhe geben: Kein Trainingsdruck, keine unnötigen Umstallungen. Jede Feder, die unter Stress wächst, wird schlechter – und Stressspuren bleiben als Wachstumsstörung sichtbar im Federschaft.
  • Trocken und gut belüftet halten: Feuchte Luft und Staub belasten während der Mauser besonders. Lüften ja, Zugluft nein.
  • Parasiten im Blick behalten: Federlinge und Milben schädigen genau das Material, das gerade aufgebaut wird. Kontrolle und Stallhygiene gehören dazu – siehe Milbenbekämpfung und Reinigung & Hygiene.
  • Frisches Wasser: Der Wasserbedarf bleibt hoch. Saubere Tränken sind Pflicht – Tränken & Tröge.

Die fünf häufigsten Fehler

  • Auf Reisefutter sitzen bleiben. Ein energiereiches, maisbetontes Futter liefert nicht die Bausteine, die das Gefieder jetzt braucht.
  • Am Futter sparen, weil „gerade keine Saison ist“. Die Mauser ist die Investition in die nächste Saison – nicht die Pause davor.
  • Ölsaaten zu reichlich geben. Zu viel Fett belastet und verfettet; Ölsaaten sind Zusatz, nicht Grundlage.
  • Weiter trainieren. Belastung während des Federwechsels kostet Federqualität.
  • Krankheitsdruck ignorieren. Wer die Mauser mit unbehandelten Belastungen im Bestand beginnt, verliert doppelt – Kondition und Gefieder.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Mauser?

In der Regel mehrere Monate – vom Beginn nach der Reisesaison bis zum Abschluss im Spätherbst. Der genaue Verlauf hängt von Alter, Zuchteinsatz und Kondition ab.

Woran erkenne ich, dass die Mauser gut verläuft?

Am gleichmäßigen, geordneten Federwechsel, an geschlossenem, glänzendem Gefieder und an Tieren, die trotz Federverlust aktiv und gut bemuskelt bleiben. Stumpfes Gefieder, Querstreifen im Federschaft oder ein stockender Wechsel deuten auf Lücken in Versorgung oder Gesundheit.

Sollen Jungtauben anders behandelt werden?

Jungtauben durchlaufen im ersten Jahr ihre Jugendmauser und haben gleichzeitig noch Wachstumsbedarf. Sie brauchen entsprechend gut versorgtes Futter und besonders viel Ruhe. Was in dieser Phase sonst noch wichtig ist, steht im Ratgeber Jungtaubenkrankheit.

Wann kann ich wieder mit dem Training beginnen?

Erst wenn der Federwechsel abgeschlossen ist und das Gefieder vollständig ausgehärtet ist. Früher zu beginnen bringt keinen Vorsprung, sondern kostet Substanz.

Kurzfassung

  • Hauptmauser: Juli bis November, Schwerpunkt August bis Oktober.
  • Federn sind Keratin – Eiweiß und schwefelhaltige Aminosäuren sind jetzt entscheidend.
  • Umstellen auf eiweißbetonte Mischung, Ölsaaten maßvoll, Mineralstoffe und Grit frei zur Verfügung.
  • Baden ein- bis zweimal pro Woche, Ruhe halten, Parasiten kontrollieren.
  • Gesundheitscheck vor Mauserbeginn – die Mauser deckt latente Belastungen auf.
  • Fertig zusammengestellt: das Eurital Mauser-Paket mit den vier wichtigsten Bausteinen.

Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine tierärztliche Beratung.


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