Wie lange brüten Tauben? Brut, Nest und Aufzucht im Überblick

Wie lange brüten Tauben, wann beginnt die Brutsaison und was fressen Jungtauben in den ersten Tagen? Der Ratgeber erklärt Nestbau, Brutdauer, Kropfmilch, Beringung und Lebenserwartung.


Door Eurital Team
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Zwei Brieftauben im Schlag – Paarbildung, Brut und Aufzucht

Brut und Aufzucht sind der Kern jeder Taubenzucht. Wer weiß, wann Tauben mit dem Brüten beginnen, wie lange die Brutdauer dauert und wovon die Jungtiere in den ersten Tagen leben, kann den Schlag ruhig führen und muss weniger eingreifen. Dieser Ratgeber fasst den Ablauf einer Brut vom Nestbau bis zum Ausfliegen der Jungtauben zusammen und beantwortet die Fragen, die Halter und Züchter am häufigsten stellen.

Wann brüten Tauben?

Tauben sind in ihrer Brutbereitschaft ausgesprochen flexibel. Unter den geschützten Bedingungen eines Schlages mit gleichmäßiger Fütterung und ausreichend Licht ist eine Brut nahezu ganzjährig möglich. In der freien Natur und bei Stadttauben liegt der Schwerpunkt dagegen im Frühjahr und Sommer, wenn Futterangebot und Temperaturen günstig sind.

In der geregelten Zucht wird der Brutbeginn bewusst gesteuert. Die meisten Züchter setzen die Paare im Frühjahr zusammen, damit die Jungtiere rechtzeitig zur Saison entwickelt sind. Ein Paar zieht dabei über das Jahr mehrere Bruten hintereinander groß. Häufig beginnt das Paar bereits mit dem nächsten Gelege, während die Jungen der vorigen Brut noch versorgt werden. Wie viele Bruten Sie zulassen, ist eine Frage der Kondition der Elterntiere und des Zuchtziels, nicht der biologischen Möglichkeit.

Wer die Saison planvoll angeht, richtet den Schlag vorher ein. Zubehör für diese Phase finden Sie in der Kategorie Zucht & Aufzucht.

Tauben Paarung: Wie paaren sich Tauben?

Tauben leben in dauerhaften Paarbeziehungen und bleiben ihrem Partner über mehrere Bruten hinweg treu. Der Täuber wirbt mit auffälligem Verhalten: Er dreht sich mit gespreiztem Schwanz, gurrt und verfolgt die Täubin. Kommt es zur Annahme, folgt das gegenseitige Schnäbeln, bei dem die Partner die Schnäbel ineinander legen. Die eigentliche Begattung ist kurz; der Täuber tritt dabei auf den Rücken der Täubin.

Anschließend verteidigt das Paar seinen Nistplatz. Der Täuber besetzt die Zelle und weist andere Tauben ab. Für den Züchter ist diese Phase der richtige Zeitpunkt, Paare gezielt zu verteilen und ausreichend Nistplätze bereitzustellen, damit es keinen Streit um Zellen gibt.

Tauben Nest: Nestbau, Nistmaterial und Standort

Das Taubennest ist eine flache, eher lockere Konstruktion. Der Täuber trägt Halme, Stängel und Fasern ein, die Täubin ordnet sie im Nest. Ohne angebotenes Material bauen Tauben nur notdürftig, und die Eier liegen dann auf hartem Grund, was Bruchgefahr und Wärmeverluste bedeutet.

Nistmaterial und Nestschalen

Nestschalen aus Kunststoff oder Ton bilden die Grundlage. Sie geben dem Nest Form, halten das Gelege zusammen und lassen sich zwischen den Bruten reinigen. Gängige Größe ist ein Durchmesser von 23 cm, etwa bei der Nistschale Voll 23 cm aus grauem Kunststoff, der schweren Nistschale Ø 23 cm in Schwarz, die durch ihr höheres Gewicht stabiler steht, oder der belüfteten Nistschale Airluxe 23 cm. Wer nach jeder Brut lieber wechselt als reinigt, nimmt Nistschalen aus Pappe im 10er-Pack, die als Einweglösung nach der Brut entsorgt werden. Darauf kommt das Nistmaterial. Bewährt haben sich Tabakstengel, weil sie stabil sind und dem Nest Struktur geben, ohne zu verfilzen. Verfügbar sind Tabakstengel lang im 2-kg-Beutel für den Nestaufbau und Tabakstengel kurz 2 kg zum Auspolstern. Als staubarme Einstreu für den Zellenboden eignet sich Erbsenstroh 10 kg. In die Nistschale passt zusätzlich eine Einlage: Nesteinlagen aus Naturfasern im 10er-Pack sind runde Scheiben von 23 cm aus unbehandelten, atmungsaktiven Fasern, die Feuchtigkeit aufnehmen und sich nach der Brut komplett austauschen lassen, was den Parasitendruck senkt. Für größere Schläge gibt es sie auch mit 50 Stück oder 100 Stück je Packung.

Standort im Schlag

Nistzellen gehören an eine ruhige, zugfreie Wand, nicht in den Bereich direkt unter dem Einflug. Halbdunkel wird bevorzugt, gleichmäßige Temperatur ist wichtiger als Wärme. Achten Sie darauf, dass Sie jede Zelle erreichen können, ohne das Nachbarpaar zu stören: Sie werden während der Brut mehrfach kontrollieren und die Jungtiere beringen müssen. Was Sie dabei sehen, hält eine Nestkarte im Format 9,5 × 5,3 cm fest: Paar, Legedatum und Schlupf stehen dann direkt an der Zelle, gehalten vom passenden Nistkartenhalter. Die Übersicht über alle Paare führen Sie im Zuchtbuch A6 mit Legeliste für 55 Paare oder im größeren Zuchtbuch DIN A4. Weiteres Zubehör für die Einrichtung finden Sie unter Zuchthilfen.

Tauben Eier: Zwei Eier im Abstand von zwei Tagen

Ein normales Taubengelege besteht aus zwei Eiern. Die Täubin legt das erste Ei, das zweite folgt etwa zwei Tage später. Entscheidend ist, was danach passiert: Richtig bebrütet wird meist erst ab dem zweiten Ei. Deshalb schlüpfen die beiden Jungtiere fast gleichzeitig, obwohl die Eier zwei Tage auseinander gelegt wurden. Diese Gleichzeitigkeit ist erwünscht, denn zwei etwa gleich weit entwickelte Jungtiere lassen sich von den Eltern gleichmäßig versorgen. Neben den echten Eiern kommen in der Zucht auch Nesteier aus Kunststoff zum Einsatz: Ein Nestei aus Vollkunststoff für Tauben oder die 44 g schwere Nestei-Attrappe zum Unterschieben werden als Attrappe ins Nest gelegt, etwa um Bruten zu synchronisieren, ein Gelege zu ersetzen oder um zu verhindern, dass ein Paar nach entnommenen Eiern sofort nachlegt.

Für die Bildung der Eischalen braucht die Täubin Kalzium. Grit und Mineralstoffmischungen gehören daher dauerhaft zur Verfügung, nicht erst wenn das Gelege schon liegt. Entsprechende Produkte finden Sie unter Mineralien & Spurenelemente.

Wie lange brüten Tauben?

Die Brutdauer beträgt bei Tauben 17 bis 18 Tage, gerechnet ab dem tatsächlichen Brutbeginn. Kleinere Abweichungen von einem Tag sind normal und hängen unter anderem von der Umgebungstemperatur und davon ab, wie konsequent das Paar sitzt.

Bemerkenswert ist die Arbeitsteilung: Täubin und Täuber wechseln sich beim Brüten ab. Der Täuber übernimmt typischerweise die Mittagsschicht, also den Zeitraum über die Tagesmitte, während die Täubin die längeren Schichten am Abend, in der Nacht und am frühen Morgen sitzt. Der Wechsel läuft nach einem festen Rhythmus ab, den Sie im Schlag beobachten können. Sitzt ein Ei über längere Zeit unbewacht, ist das ein Hinweis auf eine Störung im Paar oder auf ein Problem mit dem Nistplatz.

Verlassen Sie sich bei der Kontrolle auf ruhiges, kurzes Nachsehen. Häufiges und langes Öffnen der Zelle bringt Paare dazu, das Gelege aufzugeben.

Was füttern Tauben ihren Jungen? Die Kropfmilch

Nach dem Schlupf sind die Jungtauben nackt, blind und vollständig auf die Eltern angewiesen. Ihre erste und in den ersten Tagen einzige Nahrung ist die Kropfmilch. Dabei handelt es sich nicht um Milch im eigentlichen Sinn, sondern um eine proteinreiche Absonderung der Kropfschleimhaut. Bemerkenswert: Beide Elterntiere bilden sie, Täubin und Täuber gleichermaßen. Das Jungtier steckt den Schnabel in den Schnabelwinkel des Elterntieres und nimmt die Kropfmilch dort auf.

Nach den ersten Tagen verändert sich die Nahrung allmählich. Dem Kropfsekret werden zunehmend vorgeweichte Körner beigemischt, bis die Jungtiere schließlich ganze Körner aufnehmen. Der Nährstoffbedarf der Elterntiere ist in dieser Zeit hoch, weil sie zwei Jungtiere und oft schon das nächste Gelege gleichzeitig bedienen. Passende Mischungen für diese Phase finden Sie unter Aufzuchtfutter. Zu dieser Gruppe zählt auch Röhnfried CropMilk 600 g, ein Aufzuchtfutter für Nestlinge, das bei der Handaufzucht oder ergänzend eingesetzt wird, wenn die Elterntiere ihre Jungen nicht ausreichend versorgen.

Jungtauben füttern und das Ausfliegen

Die Jungtauben verlassen das Nest nach etwa vier Wochen. Sie sitzen dann zunächst auf dem Zellenrand, erkunden den Schlag und lernen, selbst Körner aufzunehmen. In dieser Übergangszeit werden sie noch von den Eltern gefüttert, während diese meist schon nachgebrütet haben. Sorgen Sie in dieser Phase für gut erreichbare Futter- und Tränkeplätze in Bodennähe, denn Jungtiere finden zunächst nicht zu hoch angebrachten Einrichtungen. Ergänzende Produkte zur Fütterung in der Umstellungszeit finden Sie unter Intakte Darmflora.

Beringung: ein enges Zeitfenster

Die Beringung der Jungtiere erfolgt in einem engen Zeitfenster in den ersten Lebenstagen. Danach ist der Fuß zu groß, und der geschlossene Ring lässt sich nicht mehr überschieben. Bei Brieftauben werden die Ringe über den Verband bezogen und sind Voraussetzung für die Teilnahme am Flugbetrieb. Notieren Sie sich das Schlupfdatum jeder Zelle, damit Sie den Termin nicht verpassen: Ein nicht beringtes Jungtier ist zuchttechnisch nicht mehr dokumentierbar. Der amtliche Verbandsring bleibt dabei maßgeblich; zusätzlich lassen sich Tiere farblich unterscheiden, etwa mit Erkennungs-Clipringen mit 9 mm Innendurchmesser in sieben Farben, die den Verbandsring aber nicht ersetzen. Muss ein Ring wieder ab, dient dazu eine Ringöffnungszange.

Wie alt werden Tauben?

Die Lebenserwartung hängt stark von den Lebensumständen ab. Stadttauben erreichen im Schnitt nur wenige Jahre. Verkehr, Beutegreifer, Krankheitsdruck und unregelmäßiges Futterangebot begrenzen ihr Leben deutlich.

Gehaltene Brieftauben werden erheblich älter. Bei guter Haltung, sauberem Schlag und bedarfsgerechter Fütterung sind 15 bis 20 Jahre erreichbar, in Einzelfällen mehr. Die sportliche Leistungsfähigkeit endet allerdings lange vor dem Lebensende. Auch die Zuchtnutzung ist begrenzt: Die fruchtbarsten Jahre liegen in der Regel zwischen dem zweiten und etwa dem achten bis zehnten Lebensjahr. Ältere Tiere legen weiterhin, aber Schlupfrate und Aufzuchtleistung nehmen ab. Verdiente Zuchttiere werden deshalb oft weiter gehalten, aber nicht mehr voll in die Brut eingeplant.

Hygiene im Nest

Die Nestphase ist der kritischste Abschnitt der Aufzucht. Warme, feuchte Nester mit Kotresten sind ein ideales Umfeld für Parasiten und Erreger. Zwei Punkte entscheiden:

  • Feuchtigkeit vermeiden. Verklebtes, nasses Nistmaterial wird entfernt und ersetzt. Trockenes, staubarmes Material ist Pflicht.
  • Zellen zwischen den Bruten reinigen. Nestschalen auskratzen, trocknen lassen, neu einstreuen. Rote Vogelmilbe und Federlinge sitzen in Ritzen, nicht im Nest selbst.

Beobachten Sie die Jungtiere täglich. Ein Jungtier, das nicht bettelt, im Nest zurückbleibt oder einen aufgeblähten Kropf zeigt, braucht Aufmerksamkeit. Zur Einordnung von Symptomen hilft der Ratgeber Taubenkrankheiten erkennen. Besonders relevant in der Nestphase sind Trichomonaden, weil sie über die Kropfmilch von den Elterntieren auf die Jungen übergehen können. Nach dem Ausfliegen rückt die Jungtaubenkrankheit in den Blick.

Was Ergänzungsfuttermittel leisten

Ergänzungsfuttermittel dienen der Nährstoffversorgung. Sie ergänzen die Ration um Bestandteile wie Mineralstoffe, Spurenelemente oder Proteinträger und decken damit einen erhöhten Bedarf in Brut und Aufzucht. Sie sind keine Arzneimittel, versprechen keine Wirkung gegen Krankheiten und ersetzen keine tierärztliche Behandlung. Bei Krankheitsverdacht im Schlag ist der Tierarzt der richtige Ansprechpartner, nicht das Futterregal.

Häufige Fragen

Wie lange brüten Tauben?

17 bis 18 Tage ab Brutbeginn. Beide Partner wechseln sich ab, der Täuber sitzt typischerweise die Mittagsschicht.

Wann brüten Tauben?

Im Schlag nahezu ganzjährig möglich. In der geregelten Zucht wird ab Frühjahr angepaart, mit mehreren Bruten pro Jahr und Paar.

Wie alt werden Tauben?

Stadttauben nur wenige Jahre. Gut gehaltene Brieftauben oft 15 bis 20 Jahre, die intensive Zuchtnutzung endet aber deutlich früher.

Wie paaren sich Tauben?

Nach Balz mit Gurren, Radschlagen und Schnäbeln folgt eine kurze Begattung. Paare bleiben über mehrere Bruten zusammen.

Was füttern Tauben ihren Jungen?

In den ersten Tagen ausschließlich Kropfmilch, eine proteinreiche Absonderung der Kropfschleimhaut beider Elterntiere. Danach zunehmend vorgeweichte Körner.

Wie viele Eier legen Tauben?

Zwei Eier im Abstand von etwa zwei Tagen. Bebrütet wird meist ab dem zweiten Ei, daher schlüpfen die Jungen fast gleichzeitig.

Kurzfassung

  • Gelege: zwei Eier, etwa zwei Tage Abstand.
  • Brutbeginn: meist erst ab dem zweiten Ei, dadurch fast gleichzeitiger Schlupf.
  • Brutdauer: 17 bis 18 Tage.
  • Brutschichten: Täubin und Täuber wechseln sich ab, Täuber tagsüber zur Mittagszeit.
  • Erste Nahrung: Kropfmilch von beiden Elterntieren, danach vorgeweichte Körner.
  • Nestverlassen: nach etwa vier Wochen, Fütterung durch die Eltern läuft weiter.
  • Nachbrut: beginnt oft, während die Jungen noch versorgt werden.
  • Beringung: nur in einem engen Zeitfenster in den ersten Lebenstagen, bei Brieftauben über den Verband.
  • Brutsaison: im Schlag nahezu ganzjährig, in der Zucht gesteuert ab Frühjahr, mehrere Bruten pro Jahr.
  • Lebenserwartung: Stadttauben wenige Jahre, gehaltene Brieftauben oft 15 bis 20 Jahre.
  • Ausstattung: Nestschalen, trockenes Nistmaterial, Grit, Hygiene zwischen den Bruten.

Dieser Ratgeber informiert allgemein zur Taubenzucht und ersetzt keine tierärztliche Beratung.


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