Hühner füttern: was sie brauchen und was verboten ist


Von Eurital
4 Min. Lesezeit

Drei braune Hühner fressen Körner aus einem hölzernen Futtertrog auf Stroh, dahinter eine grüne Weide

Hühner fressen fast alles – und genau das führt zu den meisten Fütterungsfehlern. Dieser Text beschreibt, woraus eine sinnvolle Grundration besteht, was zusätzlich gegeben werden kann, was rechtlich verboten ist und was sich in Mauser, Winter und Legephase ändert.

Die Grundration: Alleinfutter oder Körnermischung

Der Kern der Fütterung ist ein Alleinfuttermittel – es deckt den Bedarf vollständig ab und muss nicht ergänzt werden. Körnermischungen sind demgegenüber Ergänzungsfutter: Sie schmecken den Tieren besser, decken allein aber nicht alles ab.

In der Praxis kombinieren die meisten Halter beides: ein Alleinfutter als Basis, dazu Körner als Beschäftigung und Abendration. Im Sortiment finden Sie Futtermischungen für Hühner in 20 kg, darunter eine staubfreie Hühnermischung, eine Mischung für gemischte Geflügelhaltung und einen calciumreichen Gold 4 Mix für Legehennen.

Faustwert: Ein Huhn mittlerer Größe frisst rund 120 g Futter am Tag. Bei Auslauf mit viel Grünzeug weniger, im Winter mehr.

Was Hühner zusätzlich fressen

  • Grünzeug – Gras, Kräuter, Löwenzahn, Salat. Im Auslauf holen sich Hühner das selbst; im Winter kann man Grünkohl oder eine Handvoll Heu anbieten.
  • Insekten und Würmer – die natürliche Eiweißquelle. Wer keinen Auslauf hat, kann getrocknete Insekten zufüttern.
  • Obst und Gemüse – Äpfel, Kürbis, Möhren, Gurke. In Maßen, roh und ungewürzt.
  • Bruchmais und Getreide – als Abendration, damit die Tiere mit vollem Kropf auf die Stange gehen. Wir führen Bruchmais als Einzelfuttermittel.
  • Kräuter – etwa als fertige Mischung über das Futter, siehe Geflügel-Spezialfutter.

Was in Deutschland verboten ist

Hier irren viele Ratgeber: Küchen- und Speiseabfälle dürfen in Deutschland nicht an Hühner verfüttert werden – auch nicht in der Hobbyhaltung. Grundlage ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 über tierische Nebenprodukte. Verboten sind unter anderem:

  • Speisereste aus der eigenen Küche, sobald sie mit Fleisch, Fisch oder Milchprodukten in Berührung gekommen sind
  • alles aus Gaststätten- oder Kantinenküchen
  • Fleisch- und Wurstreste

Erlaubt bleiben unverarbeitete pflanzliche Erzeugnisse aus dem eigenen Garten – also Obst, Gemüse und Grünschnitt, die nicht durch eine Küche gegangen sind.

Unabhängig davon ungeeignet: Gesalzenes und Gewürztes, Avocado, rohe Kartoffelschalen mit grünen Stellen, Zitrusfrüchte in Mengen und alles Verschimmelte.

Grit und Muschelkalk – zwei verschiedene Dinge

Das wird häufig verwechselt:

  • Grit besteht aus unlöslichen Steinchen. Hühner haben keine Zähne – der Grit bleibt im Muskelmagen und zerkleinert dort das Korn. Ohne Grit können Körner schlechter aufgeschlossen werden.
  • Muschelkalk und Austernschalen lösen sich auf und liefern Calcium für die Eierschale. Sie ersetzen keinen Grit.

Beides gehört in getrennten Schalen zur freien Aufnahme bereit, nicht ins Futter gemischt – die Tiere nehmen sich, was sie brauchen. Im Sortiment unter Grit & Mineralien für Hühner.

Wasser

Ein Huhn trinkt etwa das Doppelte dessen, was es frisst – rund einen Viertelliter am Tag, bei Hitze deutlich mehr. Die Tränke gehört täglich gefüllt und regelmäßig gereinigt; in stehendem Wasser bilden sich schnell Beläge. Tränken und Futterautomaten finden Sie unter Tränken & Tröge für Hühner.

Küken, Junghennen, Legehennen

Küken brauchen in den ersten Wochen ein feines, eiweißreiches Aufzuchtfutter – siehe Aufzuchtfutter. Grit in feiner Körnung kann ab der zweiten Woche angeboten werden.

Junghennen bekommen ein Futter mit weniger Calcium als Legehennen. Zu früh gegebenes Legefutter belastet die noch nicht legenden Tiere unnötig.

Legehennen haben den höchsten Calciumbedarf – eine Eierschale besteht fast vollständig daraus. Hier lohnt ein calciumreiches Alleinfutter plus Muschelkalk zur freien Aufnahme.

Mauser und Winter

In der Mauser stellen Hühner das Legen weitgehend ein und bauen neues Gefieder auf. Federn bestehen zu über 80 % aus Eiweiß – der Bedarf steigt deutlich, die Legeleistung sinkt. Das ist normal und dauert je nach Tier sechs bis zwölf Wochen. Passende Ergänzungen unter Mauserhilfen für Hühner.

Im Winter steigt der Energiebedarf, weil die Tiere Wärme halten müssen. Eine Abendration Körner hilft über die kalte Nacht. Wichtig ist außerdem, dass das Trinkwasser nicht gefriert.

Häufige Fragen

Was fressen Hühner am liebsten?

Mais und Sonnenblumenkerne – beides energiereich und deshalb nur als Beigabe, nicht als Hauptfutter. Am Auslauf bevorzugen Hühner Insekten und frisches Grün.

Wie viel Futter braucht ein Huhn pro Tag?

Etwa 120 g bei einem Huhn mittlerer Größe. Zwerghühner brauchen weniger, große Rassen mehr.

Darf man Hühnern Küchenreste geben?

Nein. Küchen- und Speiseabfälle sind nach EU-Verordnung 1069/2009 als Futter für Nutztiere verboten – auch bei Hobbyhaltung. Unverarbeitetes Obst und Gemüse direkt aus dem Garten ist dagegen erlaubt.

Warum brauchen Hühner Grit?

Weil sie keine Zähne haben. Der Grit bleibt im Muskelmagen und zermahlt dort das Korn. Muschelkalk erfüllt diese Aufgabe nicht – er löst sich auf und liefert Calcium für die Eierschale.

Warum legen meine Hühner keine Eier mehr?

Die häufigsten Gründe sind Mauser, Tageslichtmangel im Winter, Alter der Tiere, Stress oder eine calciumarme Fütterung. Auch ein Milbenbefall im Stall kann die Legeleistung senken – dazu mehr unter Milbenbekämpfung für Hühner und im Ratgeber Kieselgur im Stall.

Wie lange legen Hühner Eier?

Am meisten im ersten und zweiten Legejahr, danach nimmt die Zahl jedes Jahr ab. Gelegt wird aber oft noch über viele Jahre.

Das gesamte Geflügelsortiment finden Sie unter Hühner und Geflügel.



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