Schwefelblüte: was sie ist und wie sie gegeben wird
Schwefelblüte gehört zu den ältesten Zusätzen in der Tierhaltung. Sie wird seit Generationen über das Futter gegeben – bei Pferden ebenso wie bei Tauben, Hühnern, Hunden und Katzen.
Dieser Text beschreibt, was Schwefelblüte ist, wie sie hergestellt wird, worin sie sich von ähnlich klingenden Produkten unterscheidet und wie sie praktisch angewendet wird. Aussagen zu einer gesundheitlichen Wirkung finden Sie hier bewusst nicht: Futtermittel dürfen nach der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 keine Wirkung auf Krankheiten oder Körperfunktionen versprechen, und wir halten uns daran.
Woher der Name kommt
Schwefelblüte entsteht durch Sublimation: Schwefel wird erhitzt, geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über und schlägt sich beim Abkühlen als feines, blassgelbes Pulver nieder. Diese feinen, blütenartigen Kristalle geben dem Produkt seinen Namen – im Englischen heißt es entsprechend flowers of sulphur.
Das Ergebnis ist ein sehr feines Pulver mit großer Oberfläche. Genau diese Feinheit unterscheidet Schwefelblüte von grob gemahlenem Schwefel.
Reinheit und Qualität
Unsere Schwefelblüte hat einen Reinheitsgrad von 99,9 % und ist in Futtermittelqualität deklariert. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Schwefel wird auch für technische Zwecke gehandelt – etwa im Pflanzenbau oder in der Industrie – und diese Qualitäten sind nicht für die Verfütterung bestimmt.
Beim Kauf lohnt deshalb der Blick auf die Deklaration. Für die Tierhaltung gehört auf die Verpackung, für welche Tierarten das Produkt ausgewiesen ist.
Schwefelblüte ist nicht MSM
Eine Verwechslung, die häufig vorkommt: MSM (Methylsulfonylmethan) ist ein anderer Stoff. Es handelt sich um eine organische Schwefelverbindung, die synthetisch hergestellt oder aus pflanzlichen Quellen gewonnen wird. Schwefelblüte dagegen ist elementarer Schwefel – ein einzelnes chemisches Element, kein Molekül mit Kohlenstoff.
Die beiden Produkte sind nicht austauschbar, auch wenn beide „Schwefel" im Namen tragen.
Anwendung über das Futter
Schwefelblüte wird trocken über das Futter gegeben. In der Praxis stellt sich dabei dasselbe Problem wie bei allen feinen Pulvern: Das Pulver rutscht am glatten Korn ab und sammelt sich am Boden des Eimers.
Die Lösung ist ein Haftmittel. Das Futter wird leicht mit einem Futteröl angefeuchtet, danach wird das Pulver untergemischt. So bleibt es am Korn haften. Wichtig ist leicht – nasses Futter verklebt und wird bei Wärme schnell unappetitlich.
Praktisches Vorgehen:
- Tagesportion Futter in einen Eimer geben
- wenige Milliliter Öl darüber, gut durchmischen, bis das Korn matt glänzt
- Schwefelblüte zugeben und erneut mischen
- nur so viel ansetzen, wie am selben Tag verfüttert wird
Zur Dosierung: Die Fütterungsempfehlung steht auf der Verpackung und unterscheidet sich je nach Tierart und Gebinde. Diese Angabe ist maßgeblich – bitte vor der Anwendung lesen und einhalten.
Äußerliche Anwendung
Schwefelblüte wird traditionell auch äußerlich verwendet, etwa auf beanspruchten Hautbereichen. Auch hier gilt: Was für ein konkretes Produkt vorgesehen ist, steht in den Herstellerangaben auf der Verpackung.
Lagerung
Schwefelblüte ist hygroskopisch und verklumpt, wenn sie Feuchtigkeit zieht. Sie gehört trocken, kühl und verschlossen gelagert, am besten im Originalgebinde. Verklumptes Pulver lässt sich zwar zerdrücken, dosiert sich aber schlechter.
Der typische Geruch überträgt sich auf benachbarte Vorräte – wer Futtermittel im selben Raum lagert, stellt Schwefelblüte besser separat.
Was Schwefelblüte nicht ist
Drei Abgrenzungen, damit keine falschen Erwartungen entstehen:
Kein Arzneimittel. Bei kranken Tieren gehört ein Tierarzt hinzugezogen. Ein Futtermittel ist dafür weder gedacht noch geeignet.
Kein zugelassenes Mittel gegen Parasiten. Für die Behandlung von Milben, Zecken oder anderen Parasiten gibt es zugelassene Präparate mit entsprechender Ausweisung. Schwefelblüte ist ein Futtermittel und trägt keine solche Zulassung.
Kein Ersatz für Haltungshygiene. Grundlage bleiben eine passende Grundration, sauberes Trinkwasser und ein trockener, sauberer Stall.
Häufige Fragen
Was ist Schwefelblüte genau?
Feiner, blassgelber elementarer Schwefel, der durch Sublimation gewonnen wird. Unsere Ware hat 99,9 % Reinheit und ist in Futtermittelqualität deklariert.
Für welche Tiere ist Schwefelblüte ausgewiesen?
Je nach Gebinde für Pferde, Hunde, Katzen, Tauben und Ziervögel. Die genaue Angabe steht auf der jeweiligen Produktseite und auf der Verpackung.
Warum bleibt das Pulver nicht am Futter?
Weil trockenes Korn glatt ist. Das Futter vorher leicht mit Öl anfeuchten, dann haftet das Pulver.
Ist Schwefelblüte dasselbe wie MSM?
Nein. MSM ist eine organische Schwefelverbindung, Schwefelblüte ist elementarer Schwefel. Zwei verschiedene Produkte.
Wie lange ist Schwefelblüte haltbar?
Trocken und verschlossen gelagert sehr lange – elementarer Schwefel verdirbt nicht. Der begrenzende Faktor ist Feuchtigkeit, die zu Verklumpung führt.
Riecht es im Stall?
Ja, in gewissem Maß. Der Geruch ist am Futter wahrnehmbar und lässt nach dem Verfüttern nach.
Im Sortiment
Eurital Schwefelblüte gibt es in 600 g und 1.200 g, jeweils in der Dose und im Beutel:
- Schwefelblüte 600 g für Vögel und Tauben
- Schwefelblüte 600 g im Beutel für Pferd, Hund und Vogel
- Schwefelblüte 1.200 g
- Schwefelblüte 1.200 g im Beutel
Weitere Einzelfuttermittel und Kräuterprodukte finden Sie unter Kräuter & Phyto, das Sortiment für Pferde unter Pferd.