Was fressen Kaninchen und Meerschweinchen?


Von Eurital
3 Min. Lesezeit

Zwergkaninchen und Meerschweinchen fressen nebeneinander Heu, daneben Petersilie und eine Möhre

Kaninchen und Meerschweinchen werden oft gemeinsam gehalten und ähnlich gefüttert. In einem entscheidenden Punkt unterscheiden sie sich aber – und der wird in der Praxis regelmäßig übersehen.

Die Basis: Heu, und zwar ständig

Beide Arten sind Dauerfresser mit einem empfindlichen Verdauungssystem. Der Darm wird nicht durch Muskelbewegung angetrieben, sondern durch nachrückendes Futter. Deshalb gilt: Heu muss rund um die Uhr verfügbar sein – nicht als Beilage, sondern als Hauptnahrung.

Der zweite Grund ist das Gebiss. Die Zähne von Kaninchen und Meerschweinchen wachsen lebenslang nach. Nur langfaseriges Raufutter, das lange gekaut werden muss, nutzt sie gleichmäßig ab. Weiches Futter tut das nicht – Zahnfehlstellungen sind eine der häufigsten Ursachen für Tierarztbesuche bei beiden Arten.

Gutes Heu riecht angenehm, ist grün bis grünbraun, staubarm und enthält erkennbar lange Halme.

Der Unterschied: Vitamin C

Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden. Ihnen fehlt – wie dem Menschen – ein Enzym der körpereigenen Synthese. Sie müssen es deshalb täglich über die Nahrung aufnehmen: über frisches Gemüse wie Paprika, Petersilie, Fenchel oder Grünkohl, oder über ein Alleinfutter, das entsprechend angereichert ist.

Kaninchen bilden Vitamin C selbst. Eine zusätzliche Gabe ist bei ihnen nicht nötig.

Das ist der Hauptgrund, warum Meerschweinchenfutter und Kaninchenfutter nicht beliebig austauschbar sind – auch wenn die Mischungen auf den ersten Blick ähnlich aussehen.

Frischfutter

Frisches Grün und Gemüse gehören täglich dazu. Geeignet sind unter anderem:

  • Feldsalat, Endivie, Chicorée, Romanasalat
  • Paprika, Fenchel, Gurke, Möhre samt Grün
  • Kräuter: Petersilie, Dill, Basilikum, Löwenzahn
  • Wiesenkräuter und Gras aus ungespritzter Sammlung

Wichtig bei der Umstellung: Neues Frischfutter langsam einführen, mit kleinen Mengen beginnen und über ein bis zwei Wochen steigern. Ein Verdauungssystem, das monatelang nur Trockenfutter kannte, verträgt eine plötzliche Ration Salat nicht.

Gras und Wiesenkräuter nicht in praller Sonne oder angewelkt füttern, sondern frisch geschnitten.

Trockenfutter – die Nebenrolle

Fertige Mischungen sind eine Ergänzung, keine Grundlage. Eine kleine Tagesportion reicht; wer zu viel gibt, riskiert, dass Heu liegen bleibt – und genau das führt zu Zahn- und Verdauungsproblemen.

Beim Blick auf die Zusammensetzung lohnt sich Aufmerksamkeit: Getreide- und melassehaltige Mischungen mit bunten Bestandteilen sind energiereicher als nötig. Strukturreiche Mischungen mit Kräutern und Grünanteil sind die bessere Wahl. Unser Sortiment finden Sie unter Kaninchen- & Nagerfutter.

Leckerlis

Als Belohnung eignen sich getrocknete Kräuter, ein Stück Möhre oder Naturprodukte ohne Zusätze – etwa Erbsenflocken oder Johannisbrot. Beides in kleinen Mengen.

Ungeeignet sind Joghurtdrops, Knabberstangen mit Zuckerzusatz und alles, was mit Honig oder Melasse verklebt ist.

Was nicht gefüttert werden darf

  • Brot, Backwaren, Nudeln – zu stärkehaltig, stören die Darmflora
  • Avocado – für viele Kleintiere unverträglich
  • Obstkerne von Steinobst – enthalten Blausäureverbindungen
  • Zwiebeln, Lauch, Knoblauch
  • Kohl in größeren Mengen – nur langsam angewöhnen, sonst Blähungen
  • Milchprodukte und alles Tierische
  • Gesalzenes, Gewürztes, Süßes

Wasser

Frisches Wasser muss immer bereitstehen – am besten in einem flachen, standsicheren Napf statt in der Nippeltränke. Aus dem Napf trinken die Tiere in natürlicher Haltung und nehmen mehr auf. Der Napf gehört täglich gereinigt.

Blinddarmkot ist normal

Kaninchen und Meerschweinchen produzieren zwei Kotarten: normalen Köttelkot und weichen, traubenförmigen Blinddarmkot, den sie direkt vom After aufnehmen und erneut verdauen. Das sieht ungewohnt aus, ist aber ein notwendiger Teil der Verdauung und kein Krankheitszeichen.

Liegt Blinddarmkot dagegen unaufgenommen im Gehege, ist das ein Hinweis auf zu energiereiche Fütterung – meist zu viel Trockenfutter.

Häufige Fragen

Was fressen Kaninchen am liebsten?

Frisches Grün, Kräuter und Möhrengrün. Die Basis muss trotzdem Heu bleiben – Lieblingsfutter und Grundnahrung sind zweierlei.

Was fressen Meerschweinchen?

Heu als Grundlage, dazu täglich frisches Gemüse und Kräuter als Vitamin-C-Quelle sowie eine kleine Portion strukturreiches Trockenfutter.

Können Kaninchen und Meerschweinchen dasselbe Futter bekommen?

Nur eingeschränkt. Meerschweinchen brauchen zusätzlich Vitamin C, Kaninchen bilden es selbst. Bei gemeinsamer Haltung sollte deshalb sichergestellt sein, dass die Meerschweinchen ihre Vitamin-C-Quelle auch tatsächlich erreichen.

Wie viel Trockenfutter am Tag?

Eine kleine Portion, etwa ein bis zwei Esslöffel je Tier. Wenn Heu liegen bleibt, ist es zu viel.

Dürfen Kaninchen Kohl fressen?

In kleinen Mengen und nur, wenn sie langsam daran gewöhnt wurden. Plötzliche große Mengen führen zu Blähungen.

Warum wachsen die Zähne immer weiter?

Weil beide Arten von Natur aus faserreiches Futter kauen, das die Zähne abnutzt. Ohne ausreichend Heu wachsen die Zähne über und müssen tierärztlich gekürzt werden.

Das Sortiment für Kleintiere finden Sie unter Kaninchen, Nagetier und Kaninchen- & Nagerfutter.



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