Wachteln halten: Stall, Futter und Eier


By Eurital
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Zwei Wachteln auf Stroheinstreu in einem Stall mit Unterschlupf

Wachteln gelten als das Einsteiger-Geflügel schlechthin: Sie brauchen wenig Platz, legen früh und zuverlässig Eier und sind leiser als jedes Huhn. Trotzdem ist eine Wachtel kein kleines Huhn – einiges läuft bei ihr grundsätzlich anders. Dieser Text beschreibt, was vor dem Einzug zu erledigen ist, wie der Stall aussehen muss und was Wachteln fressen.

Vor dem Einzug: Wachteln sind meldepflichtig

Diesen Punkt lassen viele Ratgeber weg: Wachteln zählen rechtlich zum Geflügel. Die Haltung muss deshalb – auch bei drei Tieren im Garten – beim Veterinäramt angezeigt und je nach Bundesland bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Beides kostet wenig bis nichts, ist aber Pflicht. Auch eine Aufstallpflicht bei Geflügelpest gilt für Wachteln genauso wie für Hühner.

Der Stall: niedrig oder weich gedeckt

Die wichtigste Eigenart: Aufgeschreckte Wachteln fliegen senkrecht nach oben – mit erstaunlicher Kraft. An einer harten Decke in einem Meter Höhe holen sie sich dabei Kopfverletzungen. Deshalb gilt für die Deckenhöhe: entweder niedrig (etwa 40–50 cm, dann fehlt der Anlauf) oder ein weich gespanntes Netz statt einer festen Decke.

  • Platz: mindestens 0,5 m² je Tier, mehr ist immer besser. Ein Stall von 2 m² reicht für eine kleine Gruppe.
  • Boden: trockene Einstreu, dazu zwingend ein Sandbad – Wachteln pflegen ihr Gefieder über Staubbaden.
  • Keine Sitzstangen: Wachteln sind Bodenvögel und schlafen am Boden. Statt Stangen brauchen sie Verstecke – kleine Unterschlüpfe, Zweige, Grasbüschel.
  • Zugluftfrei und trocken – dann vertragen Wachteln auch Frost problemlos.

Die Gruppe: Hennen gern, Hahn optional

Wachteln leben in Gruppen ab etwa drei Hennen. Ein Hahn ist nur nötig, wenn befruchtete Eier gewünscht sind – gelegt wird auch ohne Hahn. Kommt ein Hahn dazu, rechnet man einen Hahn auf drei bis sechs Hennen; zwei Hähne in einer kleinen Gruppe bedeuten Dauerstreit.

Von der gemeinsamen Haltung mit Hühnern im selben Stall ist abzuraten: Hühner sind den kleinen Wachteln körperlich weit überlegen, und Krankheiten können zwischen beiden Arten übertragen werden.

Futter: mehr Eiweiß als beim Huhn, feiner gebrochen

Wachteln haben einen höheren Eiweißbedarf als Hühner – Legewachteln liegen bei rund 20 % Rohprotein. Reines Hühner-Legefutter allein greift deshalb zu kurz, und grobe Körner passen nicht zum kleinen Schnabel. Geeignet sind fein gebrochene Mischungen wie die Gra-Mix Küken- und Wachtelmischung, die es im Sortiment Fasane & Wachteln gibt.

Dazu gehören – wie beim Huhn – Grit für die Verdauung und eine Calciumquelle wie Muschelkalk für die Eierschalen, beides in eigenen Schalen zur freien Aufnahme. Grünzeug (Salat, Kräuter, Löwenzahn) und gelegentlich getrocknete Insekten ergänzen die Ration.

Was für Hühner gilt, gilt auch hier: Küchen- und Speiseabfälle sind als Futter verboten (EU-Verordnung 1069/2009) – Einzelheiten stehen im Ratgeber Hühner füttern.

Eier: früh, viele, lichtabhängig

Legewachteln beginnen bereits mit sechs bis acht Wochen zu legen – kein anderes Hausgeflügel ist so früh so weit. Eine gute Legewachtel bringt es auf 200 bis 300 Eier im Jahr.

Die Legeleistung hängt am Licht: Unter etwa zwölf Stunden Tageslicht legen Wachteln kaum noch. Im Winter kann man das akzeptieren (natürliche Legepause) oder mit einer Zeitschaltuhr auf etwa 14 Stunden Licht ergänzen – eine dauerhafte Maximalbeleuchtung zehrt allerdings an den Tieren.

Häufige Fragen

Brüten Wachteln ihre Eier selbst aus?

Legewachteln praktisch nicht – der Brutinstinkt ist ihnen über die Zucht weitgehend verloren gegangen. Wer Nachwuchs will, kommt um einen Brutapparat kaum herum; die Brutdauer beträgt 17 bis 18 Tage.

Können Wachteln fliegen?

Ja – kurz, kraftvoll und senkrecht nach oben. Deshalb gehört über jedes Wachtelgehege eine niedrige Decke oder ein weiches Netz, und beim Öffnen des Stalls ist Ruhe gefragt.

Wie laut sind Wachteln?

Deutlich leiser als Hühner. Die Hennen sind fast lautlos; nur der Hahn ruft – hörbar, aber ohne die Durchschlagskraft eines Hühnerhahns. Wer ganz auf Rufe verzichten will, hält eine reine Hennengruppe.

Vertragen Wachteln den Winter draußen?

Ja, solange der Stall trocken und zugfrei ist und das Trinkwasser nicht gefriert. Feuchtigkeit ist der eigentliche Feind, nicht die Kälte.

Kann man Wachteln zusammen mit Hühnern halten?

Im selben Garten ja, im selben Stall besser nicht – wegen des Größenunterschieds und der Krankheitsübertragung zwischen den Arten.

Futter für Wachteln und anderes Geflügel finden Sie unter Fasane & Wachteln und im gesamten Geflügel-Sortiment.



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